Wissenschaft für ein erfülltes Leben

Materiell gesehen sind wir so reich wie keine Generation zuvor. Unersättlich verbrauchen wir die Ressourcen unseres Planeten und doch breiten sich Burnout und Depressionen aus wie Epidemien. Irgendetwas scheint gründlich schief zu laufen. Wie oft haben Sie noch Momente von Zufriedenheit, Freude oder innerer Ruhe? Führen Sie ein erfülltes Leben oder funktionieren Sie nur noch, ohne zu wissen wofür?


Was macht das Leben lebenswert?

Wie kann man Glück messen und definieren? Wie kann das Leben gelingen? Fragen wie diese sind seit gut 20 Jahren Gegenstand der Wissenschaft. Statt sich primär mit Defiziten und Krankheiten zu befassen, erforschen Psychologen zunehmend unsere Ressourcen, also z. B. was gut und stark an uns ist, was unserem Wesen entspricht und was uns glücklich macht, etwa positive Emotionen, Selbstmitgefühl, Herzensgüte, Charakterstärken, Sinn oder Werte. Die „Positive Psychologie (PP)“ versteht sich als die Wissenschaft vom gelingenden und erfüllten Leben.

Noch weitgehend unbemerkt vom breiten Publikum hat die PP eine Fülle an kurzen und einfachen Übungen entwickelt und wissenschaftlich überprüft. Dabei wurden auch Jahrtausende alte meditative Ansätze wie Achtsamkeit oder Metta-Meditation zum Gegenstand zahlreicher Studien. Hinzu kommen neuartige Meditationen, etwa aus der Hirnforschung. So zeigt Rick Hanson auf, wie wir unser Gehirn mit „selbstgesteuerter Neuroplastizität“ wieder in den „grünen Bereich“ bringen können – und der Weg dahin ist sanft, sachte und einfach.

Zahlreiche Studien rund um die PP und Meditation ergaben beeindruckende positive Auswirkungen auf Gesundheit, Resilienz und Wohlbefinden sowie beim Stressabbau. Mein Hauptanliegen ist es jedoch, wissenschaftlich fundierte Wege aufzuzeigen, zu mehr Freude, Sinn, Echtheit und Erfüllung im Leben.

"Im Maschinendenken sieht man Menschen als Ressourcen ("Human Resources, HR"). Im neuen Denken sieht man Menschen als Wunder an, ein Potenzial, das man nur wecken und einladen kann."


(Frédéric Laloux)


Werde, wer du bist!“

„Werde, wer du bist!“, forderte der griechische Philosoph Pindar seine Mitmenschen auf. Wer seinem Wesen gemäß leben lernt, spürt nicht nur mehr Kraft, Freude und Sinn. Er wird sich auch in der Arbeitswelt besser orientieren können und einen guten Schutz vor Burnout haben. So ein Mensch wird das Leben, seine Mitmenschen und diesen wunderschönen Planeten schätzen und lieben und sich für eine lebenswerte Zukunft für uns alle einsetzen. Mir macht es die größte Freude, wenn ich Menschen dabei unterstützen darf, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wer sie wirklich sind.

Sie auf Ihrem Weg zu begleiten, ist mir ein Herzensanliegen. Dabei geht es nicht gleich um den ganz großen Wurf zum Lebenssinn, denn ein authentisches Leben baut sich Tag für Tag auf, aus vielen kleinen Entscheidungen. Das Selbst ist ein Prozess. Es möchte wachsen und reifen. Mehr Freude, Sinn, Echtheit und Erfüllung stellen sich aber meist schon sehr bald ein – und das ist der Anfang auf dem Weg zu unserem Selbst.

Ihr

Dr. Andreas Lohr

Positivity

Der erste, wichtige Schlüssel zu all dem liegt aus meiner Sicht in einer positiven Grundeinstellung ("Positivity" oder auf deutsch: in der "Macht der guten Gefühle", nach Barbara Fredrickson, University of North Carolina). Die moderne Wissenschaft der Emotionen und insbesondere die Hirnforschung haben bestätigt, was spirituelle Traditionen seit Jahrtausenden wissen: Mit einfachen Meditationen können wir positive Emotionen und damit das Glücklichsein trainieren! Auf diese Weise bilden wir auch Resilienz und vielfältigste Ressourcen. Wir werden zum Beispiel wacher, kreativer und klüger. Es verändern sich sogar die neuronalen Strukturen im Gehirn zum Besseren.

Zeit für Menschlichkeit

Bei all den positiven Kräften wird es dennoch höchste Zeit anzuerkennen, dass es kein Leben gibt ohne schwierige Phasen, ohne Fehler, ohne Schwächen und auch, dass es kein Leben gibt ohne Schmerz und Leid. Das gilt auch für Ihr Leben!

Ich will Sie jetzt nicht schockieren, sondern die Augen öffnen für den schwersten Fehler, den wir in schwierigen Phasen fast alle machen: Wir kämpfen, fliehen oder erstarren angesichts unserer Schwierigkeiten und negativen Emotionen. Bei physischen Bedrohungen, etwa durch Raubtiere oder Einbrecher, retten diese Reaktionen unser Leben. Um Ängsten, Fehlern oder emotionalem Schmerz zu begegnen, sind sie aber total ungeeignet

Unter dem Motto "Zeit für Menschlichkeit" zeige ich Ihnen eine entspanntere, gelassene und wissenschaftlich fundierte Alternative auf. Solche Menschlichkeit bringt Wärme in unser Leben und unsere Beziehungen und setzt die Kräfte wieder frei, die wir im Modus von Kämpfen, Fliehen oder Erstarren vergeblich binden oder verbrennen, ohne einen Nutzen daraus zu ziehen. 

Menschlichkeit ist aus meiner Sicht der zweite Schlüssel zu einem authentischen Leben, denn Echtheit beginnt damit, dass wir lernen, auch zu unseren Fehlern und Schwächen zu stehenZusammen mit einer positiven Grundeinstellung ("Positivity") bildet sie daher die Grundlage (e1) meiner Formel für ein erfülltes Leben. Diese beiden sind mir aber auch noch aus zwei anderen Gründen besonders wichtig: Mit ihrer Hilfe können wir Auswege aus Krisen finden! Auch wenn sonst gerade gar nichts mehr gehen sollte: Menschlichkeit und Positivity gehen immer, jedenfalls solange wir noch bei Bewusstsein und guten Willens sind.  

Außerdem sind Menschlichkeit und Positivity auch dann enorm hilfreich, wenn die äußeren Umstände (noch) ungünstig sind. Wenn es zum Beispiel mit dem Traumjob, dem Traumhaus oder dem Traumpartner irgendwie noch immer nicht geklappt haben sollte, bieten Menschlichkeit und Positivity viele Ansatzpunkte, um diejenigen Hindernisse dafür zu überwinden, die in uns selbst liegen. 


„Burnout ist meiner Erfahrung nach weit mehr als nur ein Ausdruck von Überforderung. Burnout ist eine Aufforderung.

Es ist die Aufforderung zu leben, anstatt zu funktionieren. Die Aufforderung zu Authentizität und zu einem wesensgemäßen Leben.“


(Dr. med. Mirriam Prieß)